Die Elektrifizierung des Fuhrparks wird in Eschborn konzeptionell angegangen. Hierzu wurde im Jahr 2022 ein Elektromobilitätskonzept (gefördert durch das BMDV) erarbeitet, das zudem die Schwerpunkte öffentliche Ladeinfrastruktur und öffentliches (E-)Carsharing umfasst. Auf Basis der zur Verfügung stehenden Datengrundlage wurden 16 Pkw am Rathaus detailliert untersucht. Zudem wurden 27 Fahrzeuge (Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, Nutzfahrzeuge) am Bauhof identifiziert, die kurz- bis mittelfristig elektrifizierbar erscheinen. Für diese Fahrzeuge erfolgte aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit indes keine detaillierte Untersuchung. Alle analysierten Pkw weisen Tageslaufleistungen und Nutzungsanforderungen auf, die mit der aktuell am Markt verfügbaren Produktpalette vollständig und ohne Komfort- und Nutzungseinbußen elektrifiziert werden können. Eine 1:1-Substitution der Pkw am Rathaus würde zu deutlichen jährlichen Mehrkosten von ca. 42 % führen. Durch die Nutzung bestehender Förderung (in der Analyse wurde die Beschaffungsförderung des BMDV berücksichtigt) kann allerdings die vollständige Elektrifizierung bei leichten Kosteneinsparungen von ca. 4 % im Vergleich zum heutigen Stand erreicht werden. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass eine Fuhrparkverkleinerung am Standort Rathaus um bis zu 4 Fahrzeuge möglich ist. Hierdurch lassen sich Kostensenkungen von ca. 5.000 Euro pro Jahr erreichen. Um den eingeschlagenen Weg mittelfristig durch eine vollständige Datengrundlage weiterführen zu können, soll eine Software zur Fuhrparkverwaltung beschafft und in die bestehende zentrale Fahrzeugverwaltung integriert werden. Da Eschborn parallel die Machbarkeiten und Anforderungen zum Aufbau eines öffentlichen Carsharings durch einen professionellen Betreiber untersucht hat, können mittelfristig Symbiosen zum Fuhrpark geschaffen werden: So könnte die Stadt in beiden Stadtteilen als Ankermieter agieren, um einerseits weitere Verkleinerungen des Fuhrparks umzusetzen und andererseits dem Betreiber eine grundsätzliche Auslastung zu bieten.
„ Mit der Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks, angefangen mit den Pkw, wollen wir unsere Vorbildrolle wahrnehmen. Dabei muss geprüft werden, wie schrittweise die dazu benötige Ladeinfrastruktur mitaufgebaut werden kann. Durch den Einsatz einer Fuhrparksoftware wollen wir zudem die Fahrzeugbuchung zentralisieren und damit auch die Fahrzeuganzahl verkleinern. Als Stadtverwaltung wollen wir unsere Potenziale im Bereich CO₂-Reduzierung nutzen. Wenn dadurch gleichzeitig Kosten eingespart werden können und der städtische Betrieb nicht eingeschränkt wird, ist das der zukunftsweisende Weg, den wir gehen wollen.“
- Andreas Gilbert, Beauftragter für Nahmobilität
